Konzept
Unsere sechs Ansätze
- Den Standort so auswählen, dass er möglichst positive Bedingungen und Sozialsysteme bietet
- Erfolg durch Erfolg, Ressourcen nutzen, positive Erlebnisse fördern, Selbstwert und Persönlichkeitsentwicklung stärken
- Was bietet die Umwelt: Alle Ebenen der individuellen Lebenswelt möglichst vielfältig, positiv und angebotsreich zu gestalten
- Was beschäftigt dich? Situationsorientiertes Arbeiten mit den jungen Menschen
- Selber schaffen, mit Angeboten fördern und auch entwicklungsgerecht fordern
- Warum bin ich so? Trauma verarbeiten und Selbstwertgefühl stärken
Der Hof
Der Hof bietet einen geschützten, klar strukturierten Rahmen der sich an den Anforderungen der Traumapädagogik orientiert.
Er bietet zahlreiche Angebote für die jungen Menschen, um Erfolge und Selbstwirksamkeit zu erleben. Tiere und Natur sind fester Bestandteil des Alltags und bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit.
Wir bewirtschaften einen Hektar Grünland hinter unserem Hof, sowie einen großzügigen Küchengarten und ein Gewächshaus auf insgesamt 300m².
Unser Hof mit seiner Gemeinschaft ist Teil des Dorfes und nimmt regelmäßig am Aktivitäten der Dorfgemeinschaft teil.
Clara, Marco und Familie
Wir sind „die Seele“ des Hofes und bieten eine kontinuierliche Beziehung. Wir wohnen im Nachbarhaus und sind im Alltag “auch mal so” präsent. Bei Krisen unterstützen wir unser Team beratend und aktiv.
An bestimmten Angeboten, wie z.B. der Gruppenfahrt, nehmen wir mir unseren leiblichen Kindern teil. Im Alltag mischt sich immer wieder Wohngruppe und Familie. Konzeptionell stehen wir zwischen einem familienanalogen Modell und einer Schichtwohngruppe.
Organisation und Prozess
Wir haben eine leistungsfähige, digitale Infrastruktur geschaffen, die es uns ermöglicht unsere Zeit für die Arbeit mit den jungen Menschen einzusetzen.
Im Rahmen der Qualitätsentwicklung verbessern wir fortwährend unsere Arbeitsorganisation und passen diese den Entwicklungen an.
Die tägliche Selbstreflexion, sowie die wöchentliche Reflexion im ganzen Team, ist ein fester Bestandteil unseres Alltags.
Methodik
Wir verstehen uns als ein professionelles Team und entwickeln uns fachlich ständig fort. In unserer pädagogischen Arbeit greifen wir unter anderem auf folgende Methoden zu:
- Traumapädagogik
- Verhaltenstherapeutisches Training (nach Dr. Rosero)
- Ansätze der Waldorfpädagogik (Lernen durch Nachahmen), welches die systemisch konstruktive Reifung der jungen Menschen fördert
- Tierunterstütze Pädagogik
- Erlebnispädagogik
- Biografiearbeit
Alltagsgestaltung
Wir bieten einen klar und verlässlich wiederkehrende Tagesstruktur, mit einheitlichen Regeln und Aufgaben.
An Schultagen bieten wir eine tägliche Hausaufgabenbetreuung und individuelle Lernunterstützung an.
Wöchentlich planen wir Angebote für Einzelne und für die Gruppe. Viele unsere Kinder und Jugendlichen sind in Sportvereinen aktiv, wie z.B. Karate, Fußball und Basketball.
Samstags gibt es die gemeinschaftliche Hofaufgabe, wo alle bei der Bewirtschaftung mit anpacken. Ob beim Futter mischen, das eigene Beet bewirtschaften, Hecke schneiden, hier findet sich für jeden etwas.
Individuelle Förderung
Die Grundbausteine hierfür sind die:
- Berücksichtigung des persönlichen Entwicklungsalters
- Die Differenzierung zwischen erzieherischem und unterstützendem Bedarf zur Vermeidung von Überforderung
- Wahrnehmung der Bedürfnisse der jungen Menschen für ein erfolgreiches Leben in der Wohngruppen
- Identifizierung, Förderung und Schaffung von individuellen Ressourcen
FASD und Trauma
stellen besondere Herausforderungen an….
- unsere Tagesstrukur, welche verläßlich und wiederkehrend sein muss. Änderungen müssen gut vorbereitet werden.
- unsere Haltung: Wir müssen akzeptieren, dass sich das Können immer wieder ändert. Was gestern noch einfach war kann morgen eine große Herausforderung sein.
- unsere Sprache: FASD-Betroffen verstehen unsere Aussagen teilweise anders, als wir es meinen. Wir müssen uns so ausdrücken, dass die junge Mensch uns verstehen können.
Selbstwirksamkeit
verdient eine gesonderte Erwähnung, denn sie soll für die jungen Menschen jeden Tag spürbar sein. Dein Fahrrad hat einen Platten? Wir reparieren es zusammen. Du liebst Lasagne? Dann lass uns eine kochen. Dir gefallen die Farben deines Zimmers nicht mehr? Wir streichen mit dir. Wir befähigen die jungen Menschen ihre Anliegen selber zu lösen. Auch wenn es für uns oft einfacher wäre die Dinge den jungen Menschen abzunehmen. Und manchmal tun wir dies trotzdem, denn auch dass brauchen junge Menschen.
Partizipation
ist die Grundlage unseres Zusammenlebens. Hierbei gilt der Grundsatz: Beteiligung der jungen Menschen so viel wie möglich, Beschränkungen so wenig wie nötig. Plattform hierfür ist der wöchentliche WG-Rat, sowie die individuell Planung mit den jungen Menschen.
Schutzkonzept
Der Schutz der uns anvertrauten jungen Menschen liegt uns am Herzen. Das Schutzkonzept ist hierfür unser Instrument, welches von uns aktiv gelebt und fortlaufend weiter entwickelt wird.
Medien
haben in der Lebenswelt der jungen Menschen eine immer größere Bedeutung. Wir bieten daher einen altersgerechten, und auch zeitlich beschränkten, Zugang. Hierfür fördern wir die Eigenkompetenzen und ermuntern dazu Inhalte kritisch zu hinterfragen. Wir vermitteln aber auch Techniken um Google, Word & Co effektiv einzusetzen.
Auszüge unserer Betreuungsleistungen
- 24/7-Betreuung
- Tägliche gemeinsame Aktivitäten
- Tägliche Hausaufgabenbetreuung
- Einzelmaßnahmen
- Reiten in der Gruppe oder als Einzelstunde
- Vermittlung unterschiedlicher Fähigkeiten aus Handwerk, Haus- und Landwirtschaft
- Tagesausflüge und Wochenendfahrten, z.B. Kajak fahren, Wandern, usw.
- Eine gemeinsame Urlaubsfahrt im Jahr
- etc. …
Elternarbeit
Unsere grundsätzlichen Ziele sind:
- ein kontinuierlicher Dialog, z.B. durch monatliche Elterngespräche
- die Stabilisierung der Eltern-Kind-Beziehung
- die Vermittlung unserer Grundhaltung: Wir sind keine „Konkurrenzfamilie“
- die Schaffung eines Vertrauensverhältnisses zur Einrichtung. Im idealen Fall erfolgt die Elternarbeit partnerschaftlich, in einem Dialog und stärkt die Ressourcen
Zielgruppe:
Wir verstehen uns als inklusive Einrichtung und bieten daher Aufnahmen nach §34 und §35a SGB VIII, sowie als Einzelfallvereinbarung nach SGB IX. Unser Angebot richtet sich an bindungsfähige junge Menschen ab acht Jahren, welche ein entschleunigtes und klar strukturiertes Setting benötigen. Durch uns als anwohnende Familie, und die Einbindung in das Dorf, sind bei Übergriffigkeit, aggressiven Impulsdurchbrüchen und ähnlichem, klare Grenzen bei unserer Aufnahmefähigkeit gesetzt.